Pilotfilm Teil 2

Rentnerbank

So wuchs die Idee in mir der Wunsch, langsam aber gewaltig, mein Leben zu verändern. Raus aus der ewigen Tretmühle, selbstbestimmt und vor allem, mit einem freien Bewusstsein. Nicht mehr eingezwängt in die Regularien einer Tätigkeit, die mich nicht nur anödete, sondern sogar begann, meine Gesundheit negativ zu beeinflussen. Also beschäftigte ich mich mit dem Thema Escapismus, ja mit einem C. Also nicht in seiner klassisch, psychiatrischen Bedeutung, da wird es mit K geschrieben und bedeutet ebenfalls Flucht, aber in irreale Welten unter Verkennung der Realität. Also ein bisschen in der Art: Der HSV bleibt in der Bundesliga (Hier stirbt die Hoffnung zuletzt, denn in meinen Jahrgängen wünscht man sich Kevin Keegen, Horst Hrubesch und die Bananenflanken eines Manni Kaltz zurück) Soll der Dino wirklich bleiben? Ich weiß es nicht. Ich bin so zerrissen!

Pilotfilm

Rentnerbank

Von Einem der auszog und sein Leben umkrempelte. Ich bin jetzt dreiundfünfzig Jahre alt, glücklich verheiratet, die Kinder sind aus dem Gröbsten heraus und stehen auf eigenen Beinen. Es stellt sich die Frage, was tun mit meinem Leben? Den Begriff Midlife-Crisis weise ich weit von mir, denn schon lange schlummert der Gedanke in meinem Kopf, dass eine Sache in meinem Leben grundsätzlich falsch gelaufen ist. Als Kind des Berliner Bildungsbürgertums, geboren in den sechziger Jahren, die Eltern beeinflusst und erschreckt durch die Studentenunruhen, hat man etwas Ordentliches, etwas Reelles zu erlernen und zu studieren. Flausen wie Kreativität wurden, wenn überhaupt akzeptiert, verbissen in Bahnen gelenkt und kanalisiert, so dass ein gebührender und ehrbarer Beruf dabei herausspränge. Schon als Kind habe ich mir, noch bevor ich schreiben konnte, Geschichten ausgedacht und vor allem erzählt.