… Tag 800gehörichdenneigentlichzumaltenEisen meines Privattierdaseins …

Und während ich so über abstruse Formulierungen grübelnd einen weiteren Kaffee direkt in die linke Herzkammer befördere, um das Schlagen, dass endlose, klaglose, niemals vom Organ hinterfragt werdende, aufrecht zu erhalten, um nicht mit dem Gesichte, dieser Fratze, der von der Zeit und all dem Irrsinn, der uns umgibt, zerfurchten Visage, direkt auf die Tastatur zu knallen und eine noch unsinnigere Abfolge aus Buchstaben- und Zahlenkombinationen auf dem Bildschirm zum Leben zu erwecken, beschleicht mit einem Mal ein anderer, divergenter Gedanke das, was gemeinhin als Bewusstsein tituliert wird.

… Tag 800werfragteigentlichnochdanach meines Privattierdaseins …

Gleich einer Einheit römischer Auxiliarverbände, die Steine schmeißend, grölend, gerne die Visagen bis zur Unkenntlichkeit mit Tönungen verschmiert, den Gegner zu Leib und Leben rückt, wie eine Feuersbrunst, gelegt von tapferen Floriansjüngern, um dem eigentliche Brandherde den nöt’gen Sauerstoff zu rauben, wie eine Finte, eine arge Kriegslist, die dem Verstand vorgaukelt, dass er wohl beschäftigt sei, und doch nichts anderes vollbringt, als den Arbeitsspeicher des menschlichen Betriebssystems vom Müll des Alltäglichen zu bereinigen.

… Tag 800wenneinendieErinnerungeneinholen meines Privattierdaseins …

Machen uns, den geneigten Hörern, doch beide Lieder unmissverständlich klar, dass das Nachtrauern der Vergangenheit im Grunde zu nichts führt. Denn die Zukunft ist das Land, das es zu entdecken, zu erobern und zu meistern gilt. Mit den erlernten Erfahrungen, denn sie machen uns schließlich erst zu dem, was wir geworden sind. Doch ohne ihnen nachzutrauern, denn das verstellte nur den Blick auf all das Schöne und Unglaubliche auf dieser so absurden, blauen Perle mitten im weiten Nichts des Universums.

Ja ist denn alles wahr?

Was ist überhaupt »Die Realität«? Nur das, was unser Gehirn, dieser erstaunliche Klumpen Eiweiß am oberen Ende dieses merkwürdigen, halbwegs ausbalancierten Fleisch- und Knochensacks, in dem mit schier unglaublicher Geschwindigkeit elektrische Impulse hin und her zischen, als erstaunlich beeindruckende 4D Simulation in unser Bewusstsein projiziert. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Tag 815 meines Privattierdaseins …

Ich selber, der ich ja sowieso nur außen vor sitze, schwanke hin und her zwischen mahnendem Unkengerufe über das Ende der Welt, das auf leisen Klopapierrollen daher rollt, oder einer überbordenenden Euphorie, dass am Ende dieser Krise alles so viel besser sein wird. Auch die Frage, ob man in dieser so angespannten Situation verbale Burlesken über das Virus verbreiten dürfe, kann und muss mit einem unbedingten »Ja« beantwortet werden. Denn nur mit einer gehörigen Portion Galgenhumor lässt sich diese absurde Situation überhaupt überstehen. Schließlich wissen wir seit geraumer Zeit, dass »Der Legionär ist gut, der überspielt mit derbem Scherz den Schmerz.«

Öfter mal was Neues oder Änderungen auf Wunsch eines einzelnen Herren …

Für die Faulen, am Ende befindet sich die Audiodatei! Panta rhei, πάντα ῥεῖ, alles fließt. Dieser, so treffende Ausspruch wird dem griechischen Philosophen Heraklit zugesprochen. Alles befindet sich in einem ständigen Wandel, in einer immerwährenden Bewegung. Andauernd vergehen liebgewonnene Begebenheiten, doch neue gesellen sich ständig dazu und füllen die Lücken.