… Tag 800werfragteigentlichnochdanach meines Privattierdaseins …

Gleich einer Einheit römischer Auxiliarverbände, die Steine schmeißend, grölend, gerne die Visagen bis zur Unkenntlichkeit mit Tönungen verschmiert, den Gegner zu Leib und Leben rückt, wie eine Feuersbrunst, gelegt von tapferen Floriansjüngern, um dem eigentliche Brandherde den nöt’gen Sauerstoff zu rauben, wie eine Finte, eine arge Kriegslist, die dem Verstand vorgaukelt, dass er wohl beschäftigt sei, und doch nichts anderes vollbringt, als den Arbeitsspeicher des menschlichen Betriebssystems vom Müll des Alltäglichen zu bereinigen.

… Tag 800wenneinendieErinnerungeneinholen meines Privattierdaseins …

Machen uns, den geneigten Hörern, doch beide Lieder unmissverständlich klar, dass das Nachtrauern der Vergangenheit im Grunde zu nichts führt. Denn die Zukunft ist das Land, das es zu entdecken, zu erobern und zu meistern gilt. Mit den erlernten Erfahrungen, denn sie machen uns schließlich erst zu dem, was wir geworden sind. Doch ohne ihnen nachzutrauern, denn das verstellte nur den Blick auf all das Schöne und Unglaubliche auf dieser so absurden, blauen Perle mitten im weiten Nichts des Universums.

… Tag ichzählschonlangenichtmehrmit meines Privattierdaseins …

Die Biologie, die doch einen großen Teil unserer Verhaltensweisen auszumachen scheint, da auf die Reize, die durch unsere Umwelt unser Gehirn stimuliert wird, die immer gleichen neurologischen, biochemischen und physiologischen Reaktionen folgen, die von uns großspurig als freier Wille definiert werden, und der doch nichts anderes zu sein scheint, als ein Jahrmillionen altes Verhaltensmuster, das sich bewährt hat und demnach immer und immer wieder abgespult wird.

Panik greift um sich …

Deutschland, bisher eher lethargisch im Umgang mit dem Virus, wird nun ebenfalls ab nächster Woche die Schulen und Kindergärten bundesweit schließen. Der nächste Schritt, die Beendigung des öffentlichen Lebens wird sicherlich bald folgen. In Italien, das aus bisher noch nicht geklärten Ursachen bei diesem Virus eine höhere Letalitätsrate aufweist, beginnt in den Krankenhäusern mit der Triage, ganz so, als wäre eine Naturkatastrophe oder ein Krieg über das Land hinein gebrochen. Jeder einzelne Tote ist zu bedauern, das steht außer Frage, den dahinter stehen viele Schicksale. Dennoch dürfen wir nicht außer acht lassen, dass abgesehen von einigen Wenigen, statistisch bisher jede Grippewelle mehr Todesopfer gefordert hat und auch in Zukunft fordern wird.

Öfter mal was Neues oder Änderungen auf Wunsch eines einzelnen Herren …

Für die Faulen, am Ende befindet sich die Audiodatei! Panta rhei, πάντα ῥεῖ, alles fließt. Dieser, so treffende Ausspruch wird dem griechischen Philosophen Heraklit zugesprochen. Alles befindet sich in einem ständigen Wandel, in einer immerwährenden Bewegung. Andauernd vergehen liebgewonnene Begebenheiten, doch neue gesellen sich ständig dazu und füllen die Lücken.

Tag 762, an dem ich noch immer hinter das Geheimnis kommen möchte

Allein, die Tatsache, dass ich des Morgens, wenn mich nach der Hunderunde die labende Stille der heimischen Trutzburg umfängt und ich in tiefe Studien eintauchen könnte, gelingt es mir noch immer nicht, zu genießen, wozu ich einst aufgebrochen bin, es zu genießen. Eher laufe ich wie der Taz Devil, sie wissen schon das putzige, sich ewig um sich selbst drehende und dabei alles fressende Kerlchen aus den Warner-Trickfilmstudios, auf Speed durch die eigenen vier Wände auf der Suche nach einer vermeintlich sinnentleerten Betätigung. Nehmen wir die Hausarbeit dabei mal außen vor. Nicht dass sie sinnlos wäre, da sei der große Sonstwasnoch vor, aber das Gefühl, die Freiheit zu genießen stellt sich noch immer nicht ein.

jambischer Pentameter

Sie sind blockiert, gesperrt und warten. Worauf den eigentlich? Das ich weiterschreibe? Das kann ich im Hier und jetzt nicht ausführen. Obgleich, es sind so viele Abenteuer, die sich, gleich einem Freitagsabendsstau, hinter der knöchernen Decke meines Schädels drängeln, um herausgelassen zu werden, und wie eine Horde junger Zicklein in der Welt herumzutollen.

Wenn einer eine Reise tut …

Der Weg führt uns nach Deutsch-Süd-West. Ne, nicht das, was Sie jetzt denken. Bis in den dunklen Kontinent hinein, dorthin, wo Salomon einst seine Diamanten verbarg, wo tief im Dschungel der Ruf des Leoparden den Wanderer erschauern lässt. Das ist viel zu weit entfernt und ließe sich auch mit einer Tankfüllung kaum bewältigen. Und das, obwohl die Kapazität eine doch recht Große ist. Allein das Fahrzeug, schon betagt, doch immer noch bequem und als Sänfte für eine weite Reise durchaus angemessen, würd diesen langen Weg nicht mehr bewältigen. Besonders da das Mare internum, das Mittelmeer, als Hindernis, den Pfad so gnadenlos zu unterbrechen weiß. Und ich geh auf kein Schiff, Unterwasser fährt es sich so schlecht und zu warm ist es dort sowieso!

Pflaumenkuchen und der Fotoausflug

Der Schreiberling traut sich sogar, nach über Dreißig Jahren auf die ganz klassische, die schwarz-weiß Fotografie, zurückzukommen. Der erste Film ist bereits verschossen und die Ergebnisse waren durchaus ansprechend. Auf jeden Fall, ohne in Eigenlob zu ersticken, sehr viel besser als all die Selfies, der 15 Minuten möchtegern Selbstdarsteller.

Tage dreizehn und vierzehn:

Der Wintersturm fegt über die Nordsee. Nun aber in einer Kraft, dass sogar mein übergewichtiger Körper kaum mehr dagegen ankommt. Der kleine Hund, als gebürtiger Italiener, ist fellmäßig nicht ausgestattet, einer solchen Naturgewalt standzuhalten. Er friert. Seine Ohren würden ausreichen, eine ganze Trawlerladung frisch gefangene Fische mit einer einzigen Berührung schockgefrieren zu lassen. Dazu kommen unangenehme Hagelschauer mit Körnern, die beinah ein Cent Stück groß sind und in der Tat unangenehm werden, wenn sie auf Kopf, Ohren und Nase treffen.