… Tag 800 oder 900 oder 1000Sternzeit2020,323CaptainsLogniemandisrunvermeidbar meines Privattierdaseins …

Dabei gilt es mit Schwester – oder Brudertöchtern alle alten Zöpfen einfach abzuschneiden. Die empfundene moralische Überlegenheit, das Haar heutigentags unbedingt anders zu flechten, verhindert den Blick auf die Fehler, vor allem aber die Erkenntnisse früherer Arbeiten und verstellt damit das grundsätzliche Verständnis der Frisurengebung ganz allgemein. Welch hübsche Metapher für die überbordende moralinsaure Diskussion über die Geschichte des Homo stultus, des haarlosen Primaten, und all seines Wirkens und Verfehlens.

… Tag 800 oder 900 oder 1000 Sternzeit2020,320CaptainsLogistesmehralsdieSummeseinerTeileoderdochweniger meines Privattierdaseins …

Als wäre das nicht schon genug der Strafe, pilotieren supranasal maximal retardierte Pedalisten ihre Drahtesel in einer Ungeschicklichkeit, die ihres Gleichen suchen will, dafür aber in einer Geschwindigkeit, als wollten sie mindestens eine Etappe der Vuelta a España siegreich beenden, hindurch. In ihrer Hybris sind sie ganz offensichtlich dem katastrophalen Irrtum des Dogmas aufgesessen, dass, ob dieser Art der Fortbewegung, ihnen die Rettung der Welt zugeschrieben würde.

… Tag 800 oder 900 oder 1000 Sternzeit2020,319CaptainsLogwieesEuchgefällt meines Privattierdaseins …

Je länger ich darüber nachsinne, desto mehr kann ich Thanos verstehen. Nur die aus der Aufklärung entstandene Freiheit, zu wählen, dass man sehenden Auges in den eigenen Untergang rennen darf, lässt in ein solches Gedankengut in einem schlechten Licht dastehen. Das tut aber hier nichts zur Sache. Und ganz ehrlich, hätte es sie, die Aufklärung, nicht gegeben, dann wäre auch ein solcher, eben formulierter Gedanke nicht möglich.

… Tag 800 oder 900 oder 1000 Sternzeit2020,318CaptainsLogderWeltraum,unendlicheWeiten,diessinddieAbenteuerderMenschheit meines Privattierdaseins …

Das lenkt trefflich von der eigenen Bedeutungslosigkeit ab, denn der Sinn des Lebens liegt nun einmal nur in dem Umstand begraben, besser verborgen, den Genpool zu erweitern. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn das ist ja schon mal etwas, stellt es doch die direkte Verwandtschaft, auch zu den Mikroben, den Viren, den Flechten und Moosen dar. Die tun schließlich auch nichts anderes. Zu hart formuliert? Dann will ich es für Sie, aber nur heute, in meiner schier unendlichen Großherzigkeit und Güte, ein wenig abschwächen. Der Sinn des Lebens besteht in der reinen Existenz.

… Tag 800 oder 900 oder 1000 Sternzeit2020,317CaptainsLogdasLebenisteinesderschwierigsten meines Privattierdaseins …

Doch das käme nur der zur Zeit vorherrschenden allgemeinen Jammerstimmung nahe. Und die ist ausgelöst durch die allgemeine Unfähigkeit, sich den Problemen zu stellen. Stattdessen wird, wie seit Alters her, die Unfähigkeit ein Problem zu lösen, das nicht lösbar ist, von Seiten der Befugten, die eigene Angst und Machtlosigkeit mit immer rigideren Maßnahmen gegenüber dem Volk überdeckt.

… Tag 800 oder 900 oder 1000 Sternzeit2020,315CaptainsLogeene,meeneEierdreckundDubistweg meines Privattierdaseins …

All die Ahhhhs und Ohhhhs die danach zu ertragen sind, machen das Ereignis, die Handlung an sich, die Präsentation auf gleichnamigem Teller, die Demütigung, die man, Kind, erträgt, um den Eltern ein Wohlgefallen zu bescheren, das eindringliche: Blamier uns ja nicht vor Tante Inge, hängt dröhnend wie die tiefste und größte Kirchenglocke zwischen den Ohren, lässt die eigenen Gedanken verstummen und verschwinden, wahrlich nicht besser und hinterlässt auch nach überstandener Tortur, die sich nicht einmal die Kirchenfürsten zu Zeiten der Inquisition gewagt hätten anzuwenden, einen wahrlich faden, kalten leeren Nachgeschmack. Ist das jetzt schon lustig?

… Tag 800 oder 900 Sternzeit2020,288CaptainsLogmanchmalgehtLiebedurchdenMagen meines Privattierdaseins …

Ein Schmerz, durchdringend, ein Schrei, markerschütternd, und schon fällt mir die Szene aus der ersten Winnetou Verfilmung ein, als der weiße Bruder Scharlie, der er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ist, mit gebrochener, röchelnder Stimme der Schwester des großen Apachen, Nscho-tschi, berichtet: Winnetou gekommen, Messer gestochen, Hals, Zunge. Mit letzter Kraft das Maul öffnend, frage ich mein geliebtes Weib, ob sich bereits heiße Blutströme herausquellend über Tisch und Teller, Besteck und Gläser ergießen. Zum Glück verneint sie umgehend, schränkt die Aussage aber dahingehend ein, dass es ohnehin zu dunkel sei, um Genaueres zu erkennen, sie außerdem kein Nasenfahrrad trüge, somit eh nichts sähe und es außerdem wenig ansprechend erscheine, wenn ich hier den halb zermahlenen Pizzabrei, so mir nichts dir nichts in der Gegend verteilte.

… Tag 800 oder 900 Sternzeit2020,255rechnetdadraußeninalldenidentirärenBlasenüberhaupteinernach meines Privattierdaseins …

Doch ein stahlbewehrter Digitus, egal welcher es nun sei, hält, gleich dem Sozialismus, der weder vom Ochs noch vom Esel gestoppt wird, die Tür davon ab, sich final zu verschließen. Ist Ihnen eigentlich jemals die Allegorie dieses Satzes aufgegangen? Der unmittelbare Angriff auf die Krippenszene des Neuen Testaments? Ochs und Esel werden da genannt, die nichts aufhalten, schon gar nicht die Religion sei dazu in der Lage, obwohl doch Lenin, genau der Typ, der auf Standbildern immer seine Faust gegen den Westen gestreckt hatte, einst behauptete, dass die Religion das Opium des Volkes sei.

… Tag 800 oder 900Sternzeit2020,253CaptainsLogturbulentwie’nHurricaine meines Privattierdaseins …

Und dann, dann vergess ich einfach die Bonmots, die Formulierungen, all die, nicht die Supermarktkette, Oxymora, die Verunglimpfungen und abstrusen Zirkelschlüsse wieder, ohne sie für die Nachwelt, als unlöschliches Vermächtnis sozusagen, archiviert zu haben. Und so bin ich geradezu gezwungen mir selber wirre Wortfindungen quasi aus der Nase zu ziehen und dabei gleichzeitig krampfhaft bemüht, mich in meinem Gedächtnis, dass mittlerweile eher an einen uralten Schweizer Käse erinnert, nicht das es stänke, diese Überlegung bezieht sich eher auf die Löchrigkeit, umzuschauen, wie auf einem Jahrmarkt der Kuriositäten, einem Wühltisch mitten im Sommerschlussverkauf, einer Müllhalde voller vergessener Erinnerungen, um die ersonnen Satzhülsen wieder zusammenzuklauben, zu leimen, gerne mit einem ausgeleierten Klebestreifen, wieder herzustellen und zu restaurieren.

Kreisende Gedanken

Natürlich könnte ich auch mit einem Diktiergerät in der Hand durch die schöne weite Welt wandeln, doch das wäre mir, ganz ehrlich, ziemlich peinlich. Da käme ich mir wie jemand vor, der am laufenden Meter mit den Stimmen im eigenen Kopf Zwiegespräche ausficht, und die anderen sollen doch eigentlich nichts davon merken.
Das mache ich mit dem Rest der verwirrten Bande, der in meinem Schädel haust, ganz alleine aus.