… Tag 800Sternzeit2020,203CaptainslogheutefürchteichdenBallflachzuhalten meines Privattierdaseins …

Und so schwafel und schwadronier ich, das Privattier, der Autor, Schriftsteller, Hundeversteher und Langsamfahrer, Sie erinnern sich, still und leise vor mich hin, ohne eine klare Vorstellung davon zu bekommen, über welch absurde Begebenheit aus meinem Leben, dieses Planeten, den angewandten Wissenschaften, irgendeiner Verschwörungstheorie oder dem alltäglichen Irrwitz ich mich behufen fühlen sollte, angelegentlich, einen Bericht zu verfassen.

… Tag800Sternzeit2020,202CaptainslogundimmerwiedermorgensgehtdieSonneauf meines Privattierdaseins …

Ihre Ausführungen gingen, ob ihrer Heftigkeit und Ausdrucksstärke, die alles bisher dagewesene an Beleidigungen, die normalerweise dem schlimmsten und ärgsten Erbfeinde entgegengeschleudert werden, weit über das Maß des hier Wiedergebbaren hinaus. Im Gegensatz dazu stellt der Film: Der Tanz der Teufel, eine wahre Kindergartenveranstaltung während eines ausgiebigen Mittagsschlafs zur Schau. Und dieses Beispiel veranschaulicht nicht mal im Mindesten den wahren Gedanken- und Ablehnungssturm der mir, als Fahrer, Lenker, Connaisseur dieses Vehikels entgegen säuselt.

… Tag 800istehegalSternzeit2020,197meines Privattierdaseins …

Obgleich mir in diesem Augenblick, nach vielen Dezennien der gedankenverlorenen Nutzung dieser Begrifflichkeit: Auslaufgebiet, erst die Doppeldeutig– wie Bödigkeit klar wird, ja mir die ganze unermessliche Größe dieser Formulierung wie Schuppen aus den Haaren zu fallen droht. Nicht nur, dass jenes großzügig bemessene Areal, das der körperlichen Ertüchtigung von Homo sapiens ebenso wie derselben des canis familiaris dient, nein das Auslaufen stellt gleichermaßen die Entleerung eben jener Depots, in denen die Abbauprodukte, die durch den Einsatz des Zitronensäurezyklus in den Zellen einer jeden Fauna so freigiebig bereitgestellt werden, dar. Was für eine überbordende Koinzidenz.

… Tag 800Stardate2020,174CaptainsLog meines Privattierdaseins …

Es geht mir auch gar nicht so sehr um die politische und soziologische Großwetterlage dabei, sondern ausschließlich darum, eine verworrene Satzkonstruktion zu entwerfen, in der Schwaben, Vulkanier und Borg in einem Atemzug genannt werden konnten. Auch wenn der Bewohner aus Deutsch-Süd-West nicht unbedingt mit Logik zu punkten weiß, dann doch aber mit Spätzle und Sauerer Lunge.

… Tag 800schwuppsdaistdieIdeedienochebendurchmeinenGeistzuhuschenschienschonwiederweg meines Privattierdaseins …

Ich aber, ich versuche krampfhaft und enttäuscht, diesen Gedanken, jene Epiphanie, die Erleuchtung, den Gedankenblitz in irgendeiner Weise zu rekonstruieren. Doch gelingen will es, nach all den verzweifelten Schlachten, die ich zuvor geschlagen hatte, die mir aufgezwungen wurden, vom Brillenband, der Zugangsmöglichkeit zu meinem eigenen Gerät, dem verwesenden Kadaver aus glanzvollem Alabaster, der einmal meinen geschundenen Corpus darstellte, dem Widerwillen, die meine ach so verzweifelten Aktionen bei dem heimlichen Herrscher, dem Hunde, auslöste, leider nicht mehr.

… Tag 800ochuffeenheiljenSontachlassickdetGrübelnnüsch meines Privattierdaseins …

Da halt ich es doch lieber mit dem alten Fritzen, der sich, ganz lapidar, als ersten Diener seines Staates sah »Hier mus ein jeder nach Seiner Fasson Selich werden«. Die simpelste Beschreibung der Toleranz, die allerorten heut gefordert wird, doch niemand bereit ist, auch nur einen winzigen Funken davon, zu gewähren. Denn die Freiheit des Einzelnen endet nun einmal dort, wo die des Nächsten beginnt.

… Tag 800istdadraußeninderweitenWeltüberhauptjemand meines Privattierdaseins …

Es wäre mir ein leichtes, den lieben langen Tag herumzusitzen und mich mit dem Irrsinn, der uns so umgibt, vollzeit zu beschäftigen. Doch will ich das? Mitneffen, besser, mitnichten, denn ich würde mich nur ärgern. Der Adrenalinspiegel würde so hoch empor steigen, dass die Kalotte, wie in einer Slapstick Episode einer siebzehntklassigen Comedy, gleich einem platzenden Fieberthermometer in die Höhe schoss. Dabei gäbe sie auch noch einen schrillen, gellenden Pfeifton zum Besten und aus dem Off erklänge halbherziges Gelächter aus der Konserve.

… So scheint denn die ganze Welt verrückt …

Möglicherweise bestimmt nurmehr die Angst unsere Erkenntnis. Die Furcht davor, in der Uniformität der Masse unterzugehen und uns somit selber zu verlieren. Die individuelle Vorstellung, eines jeden Einzelnen aufrecht zu erhalten, in der Menge von mehr als 8 Milliarden Menschen, die um uns herum auf diesem Planeten ebenso ihr Dasein fristen. Zwar erscheint jeder von uns einzigartig, doch so sehr wir uns auch bemühen, keiner unterscheidet sich von seinem Nächsten so sehr, wie er es gerne hätte. Die Varianzen im Phänotypus sind nur marginal. Das Übrige ist bestimmt durch den genetischen Code, der bei uns allen gleich ist, sonst wären wir untereinander auch nicht kompatibel.

… Tag 800werfragteigentlichnochdanach meines Privattierdaseins …

Gleich einer Einheit römischer Auxiliarverbände, die Steine schmeißend, grölend, gerne die Visagen bis zur Unkenntlichkeit mit Tönungen verschmiert, den Gegner zu Leib und Leben rückt, wie eine Feuersbrunst, gelegt von tapferen Floriansjüngern, um dem eigentliche Brandherde den nöt’gen Sauerstoff zu rauben, wie eine Finte, eine arge Kriegslist, die dem Verstand vorgaukelt, dass er wohl beschäftigt sei, und doch nichts anderes vollbringt, als den Arbeitsspeicher des menschlichen Betriebssystems vom Müll des Alltäglichen zu bereinigen.