… Tag 800 oder 900 Sternzeit2020,279CaptainsLognonvitamsedscuolamdiscimus meines Privattierdaseins …

Da vernehme ich bereits die Mahner im Hintergrund, die mit weit ausgestreckten Zeigefinger und moralinsaurer Miene zu einem Empörungssturm aufbrechen. Doch denen werfe ich voller Inbrunst entgegen, dass eine Allgemeinbildung leider nicht mehr vermittelt wird, sondern nur noch partikuläres Fachwissen, meist gepaart mit ideologischer Färbung und in die sowieso nicht aufnahmefähigen Schädel der Schülerschaft gehämmert wird.

… Tag 800 oder 900 Sternzeit2020,273CaptainsLogeinLebenohneHundistmachbarabernichtsinnvoll meines Privattierdaseins …

Es beginnt mit dem, in aller Regel recht unwahrscheinlichen Aufwachen des Morgens, unmittelbar gefolgt von der ersten Abususwelle von belebendem Koffein, das direkt in die linke Herzkammer geschüttet wird, gleich einer Starterbatterie, um in irgendeiner Form eine verschrobene Art des Lebens zu simulieren. Darauf folgt, aufgrund ausufernder Faulheit mir den Blätterwald am nahegelegenen Kiosk zu besorgen, das Studium der gängigsten Gazetten im Wischedingensbummens, um den Anschein von Interesse am Weltgeschehen zu erwecken.

… Tag 800 oder 900 Sternzeit2020,263CaptainsLogdieAngstvormWolfmachtihnnichtfroh meines Privattierdaseins …

Wie also zur Schau stellen, dass man sich in der eigenen bescheidenen Gedankenwelt für besser halten kann, als der neben einem im Stau Stehende? Da besonders dies verkehrstechnische Phänomen doch den Kurierfahrer mit dem höchsten Würdenträger eines Staates gemein macht. Schließlich gibt es kein Vor, kein Zurück, denn der einzige Ausweg wäre der in die Höhe und besonders in der Hauptstadt durch den vielfältigen Baumwuchs an jeder Straße, jeder Gasse, jedem Weg, ist die Landung eines Helikopters nicht durchführbar. Schade aber auch.

… Tag 800 oder 900 Sternzeit2020,257CaptainsLogSchweinsfüßeàlaCrème meines Privattierdaseins …

von Thomas Günter Nun ist es ja so, liebes Tagebuch, dass ich, das Privattier, Autor, Kreierer kabbelnder Kalamitäten, tagein tagaus mehrfach mit den Tölen an einem der, nach der letzten Eiszeit verbliebenen, Seen meine Runden drehe. In diesem Areal gibt sich die Landesverwaltung noch recht großzügig und erlaubt dem Fifi, vor allem seinem Besitzer, ohne…

… Tag 800 oder 900 Sternzeit2020,255rechnetdadraußeninalldenidentirärenBlasenüberhaupteinernach meines Privattierdaseins …

Doch ein stahlbewehrter Digitus, egal welcher es nun sei, hält, gleich dem Sozialismus, der weder vom Ochs noch vom Esel gestoppt wird, die Tür davon ab, sich final zu verschließen. Ist Ihnen eigentlich jemals die Allegorie dieses Satzes aufgegangen? Der unmittelbare Angriff auf die Krippenszene des Neuen Testaments? Ochs und Esel werden da genannt, die nichts aufhalten, schon gar nicht die Religion sei dazu in der Lage, obwohl doch Lenin, genau der Typ, der auf Standbildern immer seine Faust gegen den Westen gestreckt hatte, einst behauptete, dass die Religion das Opium des Volkes sei.

Kreisende Gedanken

Natürlich könnte ich auch mit einem Diktiergerät in der Hand durch die schöne weite Welt wandeln, doch das wäre mir, ganz ehrlich, ziemlich peinlich. Da käme ich mir wie jemand vor, der am laufenden Meter mit den Stimmen im eigenen Kopf Zwiegespräche ausficht, und die anderen sollen doch eigentlich nichts davon merken.
Das mache ich mit dem Rest der verwirrten Bande, der in meinem Schädel haust, ganz alleine aus.

… Tag800Sternzeit2020,202CaptainslogundimmerwiedermorgensgehtdieSonneauf meines Privattierdaseins …

Ihre Ausführungen gingen, ob ihrer Heftigkeit und Ausdrucksstärke, die alles bisher dagewesene an Beleidigungen, die normalerweise dem schlimmsten und ärgsten Erbfeinde entgegengeschleudert werden, weit über das Maß des hier Wiedergebbaren hinaus.
Im Gegensatz dazu stellt der Film: Der Tanz der Teufel, eine wahre Kindergartenveranstaltung während eines ausgiebigen Mittagsschlafs zur Schau.
Und dieses Beispiel veranschaulicht nicht mal im Mindesten den wahren Gedanken- und Ablehnungssturm der mir, als Fahrer, Lenker, Connaisseur dieses Vehikels entgegen säuselt.

… Tag 800istdadraußeninderweitenWeltüberhauptjemand meines Privattierdaseins …

Es wäre mir ein leichtes, den lieben langen Tag herumzusitzen und mich mit dem Irrsinn, der uns so umgibt, vollzeit zu beschäftigen. Doch will ich das? Mitneffen, besser, mitnichten, denn ich würde mich nur ärgern. Der Adrenalinspiegel würde so hoch empor steigen, dass die Kalotte, wie in einer Slapstick Episode einer siebzehntklassigen Comedy, gleich einem platzenden Fieberthermometer in die Höhe schoss. Dabei gäbe sie auch noch einen schrillen, gellenden Pfeifton zum Besten und aus dem Off erklänge halbherziges Gelächter aus der Konserve.

… Tag 800werfragteigentlichnochdanach meines Privattierdaseins …

Gleich einer Einheit römischer Auxiliarverbände, die Steine schmeißend, grölend, gerne die Visagen bis zur Unkenntlichkeit mit Tönungen verschmiert, den Gegner zu Leib und Leben rückt, wie eine Feuersbrunst, gelegt von tapferen Floriansjüngern, um dem eigentliche Brandherde den nöt’gen Sauerstoff zu rauben, wie eine Finte, eine arge Kriegslist, die dem Verstand vorgaukelt, dass er wohl beschäftigt sei, und doch nichts anderes vollbringt, als den Arbeitsspeicher des menschlichen Betriebssystems vom Müll des Alltäglichen zu bereinigen.

… Tag 800wasmachtmaneigentlichmitderganzenZeit …

Wo war ich?

Ach ja, bei dem weiteren Zeitvertreib, der, wie die Jungfrau zum Kinde, mich vor einigen Monaten wieder einholte, überrollte und mich mit der gleichen Faszination umgehend gefangen nahm, wie seinerzeit.
Die Fotografie.
Vor allem die analoge Form des Einfrierens der Zeit, des Festhaltens des Augenblicks. Die 1/125 sec., die 1/60 sec., der tausendste Teil der klassischen westlichen Zeiteinheit, der ausreicht, um die chemische Reaktion auf dem Triacetatstreifen auszulösen und den Moment einzufangen.