… Tag 800Sternzeit2020,208CaptainsLogaleajactaestobwohlichkeinenRubikonüberschreite meines Privattierdaseins …

Das Himmelszelt, die so lange als Kuppel angesehene Trennung unseres fragilen Lebensraums von dem kalten, gnadenlosen Nichts der Unendlichkeit, zumindest bis an die Grenzen dessen, was wir zu erkunden in der Lage sind, ist gezeichnet in betörend schönen Wolkenformationen, die, teils dramatisch, teils wie die sprichwörtliche Herde friedlich grasender Schäfchen dahinzieht, durchbrochen vom intensiven Azur der oberen Atmosphärenschichten und den lebensspendenden Strahlen unseres Zentralgestirns, jener im Verhältnis zu den Überriesen winzigen Sterns, und bettelt nachgerade um die Ablichtung.

… Tag 800werfragteigentlichnochdanach meines Privattierdaseins …

Gleich einer Einheit römischer Auxiliarverbände, die Steine schmeißend, grölend, gerne die Visagen bis zur Unkenntlichkeit mit Tönungen verschmiert, den Gegner zu Leib und Leben rückt, wie eine Feuersbrunst, gelegt von tapferen Floriansjüngern, um dem eigentliche Brandherde den nöt’gen Sauerstoff zu rauben, wie eine Finte, eine arge Kriegslist, die dem Verstand vorgaukelt, dass er wohl beschäftigt sei, und doch nichts anderes vollbringt, als den Arbeitsspeicher des menschlichen Betriebssystems vom Müll des Alltäglichen zu bereinigen.

… Tag 800wasmachtmaneigentlichmitderganzenZeit …

Wo war ich? Ach ja, bei dem weiteren Zeitvertreib, der, wie die Jungfrau zum Kinde, mich vor einigen Monaten wieder einholte, überrollte und mich mit der gleichen Faszination umgehend gefangen nahm, wie seinerzeit. Die Fotografie. Vor allem die analoge Form des Einfrierens der Zeit, des Festhaltens des Augenblicks. Die 1/125 sec., die 1/60 sec., der tausendste Teil der klassischen westlichen Zeiteinheit, der ausreicht, um die chemische Reaktion auf dem Triacetatstreifen auszulösen und den Moment einzufangen.

Tag 800ichweißauchnichtmehr eines Privattieres …

Dabei hat die Menschheit offenbar vergessen, dass das Denken an und für sich die wichtigste und hauptsächliche Tätigkeit ist, zu der wir uns befähigt sehen. Schließlich erschafft das Denken erst die Realität in der wir uns alle gemeinsam und ein Jeder für sich bewegen und existieren. Erst das Denken hat die großen Ideen hervorgebracht, die wir im Jetzt mit dem Begriff »Zivilisation« sehr verkürzt zusammenfassen. Erst dass Denken ermöglicht es uns, als Menschheit, hinter die Geheimnisse des Universums, nicht nur da draußen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, sondern auch hier im Kleinen, wie der Biene, die die Pollen einer Blüte gierig aufnimmt, zu blicken und die tiefe Schönheit, die darin verborgen liegt, zu erkennen.

Tag 809 meines Privattierdaseins …

Treffen sich zwei Planeten, sagt der eine zum anderen »O Gott, ich hab homo sapiens.« Antwortet der andere »Halb so wild, hatte ich auch mal, geht von alleine wieder weg.« , werden sie bewundernd zu mir aufschauen und ehrfurchtsvoll flüstern, so wie Goethe im Jahre des Herren 1808 zu Napoleon sagte, als sie sich das erste Mal trafen: Voilà un homme!

Trauriger Urlaub

Ja, ich gestehe. Es ist eine Sünde. Zwar keine Erbsünde und nachfolgende Generationen müssen sich auch nicht bis ins 37te Glied Asche auf ihr Haupt träufeln und sich von der Weltbevölkerung vorwerfen lassen, dass ihre Altvorderen, also ich und der Hund, der zweite Hund und die geliebte Ehefrau (die Allerbeste von Allen!), so wagten, zu handeln, dennoch ist es, und da beißt die Maus kein Faden ab, eine Sünde.

Berlin Marathon

Ganz wie ein Entomologe, der, in endloser Geduld, über Felder und Wiesen streift, um mit seinem kleinen Käscher allerlei Getier zu fangen und zu katalogisieren. So nimmt sie sich die Zeit, um durch die Gegend zu schlendern und die oben genannte, aufgeteilt in Bruchteile von Sekunden, auf dem Sensor für immer einzufangen. Da kann ich ja, als treuliebender Ehegatte, natürlich nicht nachstehen und schnapp mir ebenso die Knipse, um es ihr gleich zu tun.

Pflaumenkuchen und der Fotoausflug

Der Schreiberling traut sich sogar, nach über Dreißig Jahren auf die ganz klassische, die schwarz-weiß Fotografie, zurückzukommen. Der erste Film ist bereits verschossen und die Ergebnisse waren durchaus ansprechend. Auf jeden Fall, ohne in Eigenlob zu ersticken, sehr viel besser als all die Selfies, der 15 Minuten möchtegern Selbstdarsteller.

Analoge und digitale Gedanken

Der Plan, doch einen Fotoband herauszugeben, hat konkrete Formen angenommen. Schließlich sind Caterina und ich mit dem einen oder anderen Text an Serviert!das Magazin beteiligt. Die letzte Ausgabe gab und gibt es sogar in gedruckter Form. (Sollten Sie daran Interesse haben einfach auf die Seite gehen, eine Mail schreiben und fragen, ob Sie ein Exemplar erhalten. Das Nächste ist schon in Arbeit und wird im September das Licht der Welt erblicken. serviertdasmagazin.com)

Fotoalben

Ausschließlich durch die Tatsache bedingt, dass Thomas andauernd, wenn er nicht schreibt, die Welt durch den Sucher betrachtet. Er hält seine, in der Zeit eingefrorenen Momente, für so erhaltenswert, dass seine liebe Ehefrau (im Internet vertreten durch serviertdasmagazin.com) uns eine entsprechende Albumseite eingerichtet hat.