Nun, liebes Tagebuch, ist es ja so, dass der haarlose Primat, der Homo stultus, recht unbedarft über die Oberfläche seines Heimatplaneten torkelt.
Ein Jeder hält sich selber für den unbedingten Mittelpunkt von wirklich absolut Allem und gewinnt daraus die Überzeugung, dass ausschließlich seine Befindlichkeiten, besonders aber, was er/sie/es/sie (einige) bei Dritten, gerne und besonders Unbeteiligten, dafür erachtet, als unbedingte Gesetzmäßigkeit anzusehen sei.
Nun stellt sich das mit den absoluten wissenschaftlichen Wahrheiten als komplexer dar, als es im begrenzten Denken der hirnlosen Massen, die mich zur Weltherrsch …, als es landauf landab berichtet wird.
9,81 m/s² stellt so die durchschnittliche Fallgeschwindigkeit eines der oben bereits ausführlich aufgeführten Wesen, wenn es vom 10 Meter Sprungturm im Schwimmstadion oder aus einer, durch die tieferen Schichten der Atmosphäre jagenden, Aluminiumröhre herunterpurzelt, dar.
Dies würde für weite Teile der Bevölkerung der westlichen Industrienationen eigentlich bedeuten, dass sie gar nicht zu viel an Körpermasse mit sich herumschleppen, sondern nur auf dem falschen Planeten ihr klägliches Dasein fristen.
Das ist jedoch absurd (für die neunmalklugen, zur Zeit unbegrenzt Ausgang habenden, Studiendirektoren und sonstigen staatlichen Verdummer einer verlorenen Generation sei hier erwähnt, das ist bereits die Steigerungsform, mehr geht nicht; es stellt somit ein Absolutum dar, entweder es ist absurd oder eben nicht). Der Theobrominmissbrauchende wird auch auf dem Mond seine Zunahmis deswegen nicht verlieren, nur weil g einen diversen Wert gegenüber seiner Herkunft aufweist.
Ebensolches gilt auch für c, dessen absurd hohe Zahl von näherungsweise 300000 m/s für den luftleeren Raum, für die Gebildeteren ein Vakuum, also der allgemeine Zustand in den zukünftigen Trinkgefäßen, definiert ist. In einem anderen Medium, nicht die Tante, die die Zukunft aus über die Palmare geschippten Resten des letzten Kaffeefilters herausliest, verändert sich dieser Wert durchaus messbar nach unten.
In der zur Zeit so präferierten Wissenschaftsgläubigkeit, steckt der Pferdefuß verborgen, dass eine Aussage nur so lange gilt, bis das Gegenteil oder ihre Unwahrheit bestätigt sind.
Da kann man schon mal von sich behaupten, dass der eigene Duktus ein anderer sei, und deswegen ein an Unplausibität kaum zu überbietendes Narrativ als alternativlos in die Mikrofone posaunt wird.
Das Bild der fallenden Mauern der Stadt Jericho, dass sich erst durch die Erwähnung in der Imagination aufzubauen vermag, ist nicht beabsichtigt, aber durchaus erwünscht.
Doch will das eher an die Doktrin der Wirtschaftsprüfer erinnern, die da lautet, das Ergebnis von 6*7 als Antwort auf das Universum ist irrelevant, interessant stellt sich einzig und allein der Umstand dar, wie das zukünftige gewünschte Resultat für den Auftraggeber aussehen soll.
Wen interessiert schon die Zahl 42.
»Wes Brot ich ess, des Lied ich sing« lautet eine alte Binsenweisheit.
Die Grundlagenforschung mag hier als einsamer Leuchtturm emporragen, doch für die interessiert sich im Grunde niemand.
Der Rest wird nach wirtschaftlichen, und damit nach konsum- oder machtorientierten Erfordernissen zusammengeschustert.
Ich, der alte, weiße, böse Mann, der Autor, das Privattier, der Karikierer kaligrafischer Kuriositäten, durfte mich in Zeiten, in denen mir noch die Manneskraft zu eigen war und nicht eine Nacht, in der ich nur viermal die Nasszelle aufsuche, schon als Gewinn von Lebensqualität durchrutscht, mit dem Problem herumschlagen, dass ein Plastikklötzchen, wahlweise auch eines, aus einem Derivat von Urgroßmutters Festtagsgedeck, zu Bruch geht, wenn mit einem Hammer darauf geschlagen wird.
Zeichen und Wunder spiegelten sich am Himmelszelt, als wenn der große Blitzeschleuderer persönlich eingriffe.
Konsens ersetzt, sehr zum Unwillen weiter Kreise, keine Evidenz, die, wie oben gelernt, sehr hurtig kippen kann, und Korrelation wird gerne mit Kausalität verwechselt.
Ich muss unumwunden zugeben, dass beide Begriffe mit dem Buchstaben K beginnen, ihren Ursprung in der Sprache des Göttlichen, des Einen, des Eroberer Galliens, des Überschreiters des Rubikon finden, aber das stellt dann auch schon die Summe der Gemeinsamkeiten dar. Mehr ist da nicht, es sei denn, ich zählte noch das eine oder andere Detail aus dem Leben des Widersachers des schlauen Galliers und seines Wildschweinbraten liebenden Gefährten, auf.
Doch dann würden Sie mir, ungerechtfertigterweise, den Hang zum Klugscheißern unterstellen, und das möchte ich, zumindest an dieser Stelle, unterbinden.
Anders ausgedrückt, nur weil ich gerade diese Zeilen in das Datengrab der heimischen Trutzburg zwinge, dreht sich der Planet mit 300 km/h. Dies stellt eine Korrelation und keine Kausalität dar. Wäre es anders, dann hörte jedes Leben in dem Moment auf, zu existieren, in dem ich die digitale Rechenmaschine wieder zuklappe, und die Köter erneut der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung zuführe, die dann nicht mehr möglich wäre, weil die Existenz als solche aufhörte zu existieren.
Dann existiert verdammt viel Existenz in der Realität.
Wobei das ja auch so eine Sache ist, also das mit der Projektion der aufgenommenen elektromagnetischen Strahlung in das Bewusstsein, was wir gemeinhin als Realität beschimpfen. Da drängt sich mir zuweilen der Eindruck auf, bei dem einen oder anderen ist die Glühlampe des Beamers, also des Projektors, seit geraumer Zeit durchgebrannt und keiner hat’s bemerkt.
Sei’s drum, das nur nebenbei.
Beweise nichts, erzeuge Angst und glaube selber, was du, so ganz allgemein, ich verfalle hier nicht in eine florentinische Verbrüderungsszenerie, nach Abschaltung des grauen Eiweißklumpens, durch das komplexe Zusammenspiel der Muskeln und Bänder im Kopf-Halsbereich zur Modulation der stehenden Luftsäule, an Schallwellen erzeugst.
So ist das nun einmal, lange nach der Epoche der Aufklärung, wenn die breite Masse nicht mehr willens ist, säkular zu denken oder zu handeln, dann muss eine Ersatzreligion herhalten.
Aufgrund der Digitalisierung, und der damit verbundenen gesteigerten Akzeleration (ich weiß, ich weiß, eine Tautologie) der Verbreitung von Meinung und Moral, stellt es eine conditio sine qua non dar, dass der Wechsel der Glaubensrichtungen schneller vonstattengehen muss, als das Austauschen eines Luftfilters bei einem mit fossilen Brennstoffen betriebenen Zerknalltreibling.

In diesem Sinne. Schönen guten Abend.