von Thomas Günter

Eine beliebte Theorie unserer Zeit stellt ja das Denkmuster des geozentrischen Weltbildes dar. Die Vorstellung, dass sich nicht alles um kleine und kleinste identitäre Vorstellungen mikroskopisch kaum zu erkennender Grüppchen dreht, zielt mit einer Treffsicherheit, die alles bisher gewesene in den Schatten zustellen vermag, auf die Inklusion der allgemeinen Gedankenwelt.
Hört sich nett an, ist aber inhaltlich vollkommen absurd und stellt keinen näher zu betrachtenden Exkurs in die molekulare Induktion eines magnetischen Torsionsfeldes dar.
Dennoch eine auf ideologischer Ebene spannend zu betrachtende Frage, da sie Zweifel an der einen oder anderen, sei sie nun historisch oder aber aktuell getätigten Aussage aufkommen lassen sollte.

Das Ganze hat auch in keiner Weise mit der Tatsache zu tun,

dass nebenher, also während ich mühselig, Buchstabe um Buchstabe aus den Windungen meines Denkapparates herauswringend, meine Elegien in die Welt entlasse, in einer Endlosschleife die diversen Abenteuer verschiedener Raumschiffbesatzungen aus dem vom genialen Gene Roddenberry erdachten, und für die Menschheit einen Weg in eine erfülltere Zukunft aufzeigen könnende, Universum, über den winzigen Bildschirm der eigentlich von mir so verachteten Telekommunikationseinheit, flimmern.
Und das, obwohl ich mich doch seit meiner Jugend, seit diesem einen nasskalten Samstagabend im Februar des Jahres 1978, als sich meine ganze Welt, meine Erwartung an das, was Unterhaltung ist, innerhalb eines sehr begrenzten Zeitraums von insgesamt nur 121 Minuten, noch ohne den Zusatz »Eine neue Hoffnung«, mit dem das gesamte Franchise eine totale Kommerzialisierung erfahren durfte, vollkommen umkrempelte und für allen Zeiten gefangen nahm.

Nun leben wir in Deutschland, vielleicht sogar in ganz Europa,

in der vorteilhaften Situation, uns nicht dogmatisch für eine Seite entscheiden zu müssen, obgleich auch in den USA dieses totalitäre Denken in den letzten Jahren glücklicherweise aufweichte, so dass ich, der Nerd, gefangen im Körper des alten weißen Mannes, für mich selber behaupten darf und das auch stolz zu verkünden weiß, vor allem denjenigen gegenüber, die es herzlich wenig interessiert, sehr zu meinem Vergnügen, sie dennoch gerade damit innervierend unterhalten zu können, dass ich beide, und nicht nur diese, sondern auch die diversen anderen Geschichten und Erzählstränge, hoch verehrend, ein ums andere Mal verschlinge.
Manches Mal beschleicht mich sogar der Eindruck, gleichwohl ich bemüht bin, mich nicht allzu sehr einfangen zu lassen, da ich befürchte, in solchen Momenten zu einem mittelalterlichen Kopisten zu mutieren, dass die berichteten und verfilmten Geschichten, stellen sie doch in aller Regel einen Zerrspiegel, eine Analogie, aktueller (ha, Sie dachten wohl, dass ich ein weiteres Mal die Karikatur des Umlauts als billigen Schabernack einzubauen beabsichtigte, weit gefehlt. Damit hab ich Ihnen ein kaum zu lösendes Änigma beschert, dass Sie den Rest ihrer Existenz von allen lebensnotwendigen Aktivitäten erfolgreich abzulenken vermag) Ereignisse dar, dass sie mich (Nicht Sie, sondern sie, die Chroniken der Zukunft (gelesen ist auch in diesem Moment der Inhalt leichter zu erfassen als gehört, aber das nur nebenbei)) wenn schon nicht inspirieren, dann doch zumindest Denkanstöße zu liefern in der Lage sind, die es mir manches Mal ermöglicht, den einen oder anderen Gedankengang, ein geistiges Gemälde, ein Bild, das vor meinem inneren Auge schweben mag, anschaulicher zu schildern.

Zu meiner eigenen Enttäuschung muss ich bestürzt feststellen, dass ich mich in dieser Auslassung meines Privattierdaseins bisher einer allzu verständlichen Diktion bediene.

Stellen doch all diese kleinen Ausflüge nichts weiter als exzessive Exerzitien meiner überbordenden Phantasie dar, deren einzige Aufgabe darin liegt, die exorbitante Durchschnittlichkeit der momentanen ideologischen Identität zu konterkarikieren und gleichzeitig ein weites Trainingsfeld für den nächsten großen vaterländischen Roman, den ich zu verfassen gedenke und in meiner Güte auch erschaffen werde.
Mir schwebt so etwas vor wie: Der Tanz des Geisterdackels . Eine Erzählung über eine vollkommen farblose Person in einem ereignislosen Leben, die ein verregnetes Pfingstwochenende im Kreis ihrer langweiligen Familie verbringt, nachdem sie extra aus der unbedeutenden Großstadt zurück in ihr absolut irrelevantes Heimatdorf gereist ist. Beim öden Festessen werden dann komplette Nebensächlichkeiten erörtert, wie beispielsweise die Frage, ob bei der Mathematikklausur der zehnten Klasse ein Spickzettel angefertigt worden ist oder nicht.
Die Geschichte nimmt auch dann keine Fahrt auf, wenn entdeckt wird, dass ein Vorfahr aus der Zeit der Bauernkriege an der Herstellung der Nägel beteiligt zu sein schien, mit denen Luther seine Thesen an die Kirchenpforte zu Wittenberg nagelte. Daraus entbrennt keinerlei ideologischer oder theologischer Zwist, mit dem auch nicht im Geringsten irgendeine Form der Apothekenumschau basierten Küchenpsychologie Einzug halten könnte. Und schon nach 780 gänzlich Inhalts- und Aussagelosen Seiten, gehen am Dienstag alle wieder ihren Geschäften nach. Das Ganze würde ich natürlich in einem sich aus andauernden Wortwiederholungen eines maximal begrenzten Wortschatzes ausarbeiten und dann könnten sich die Cheffeuilletonisten monate- wenn nicht jahrelang darüber den Kopf zerbrechen, ob sie alle Botschaften, auch die der siebten und achten Metaebene richtig zu interpretieren in der Lage waren. Sprich ein absolutes Standardwerk der zur Zeit in Deutschland veröffentlichten lieblosen Kritzeleien.

Doch bevor ich diesen geistigen Verdünner unters Volk zu bringen gedenke,

möchte ich doch erst nochmal auf meine vorherigen Werke, die in aller Regel in eine komplett andere Richtung zielen und ein stundenlanges Lesevergnügen versprechen, wenn man den Mut, vor allem aber den schrägen Humor aufzubringen in der Lage ist, sich darauf auch einzulassen, anpreisen. Alles Quatsch, eine kurze Geschichte über die Sinnlosigkeit des Seins. Band 1 der Pentalogie aus drei Teilen in unzähligen Büchern.
Oder aber, wenn Ihnen der Sinn nach etwas derberen, politisch absolut unkorrekten liegt, Sex, Drugs and Rock’n Roll sozusagen, dann lege ich ihnen diese, aus meinen vielzähligen Veröffentlichungen, ans Herz: Rick Malone, ist Sex mit Androiden tödlich?
Und sollten Sie tatsächlich die Kraft finden, meine schriftstellerischen Monumente bis zum bitteren Ende durchzuhalten, ja, es existieren mehrere Ebenen der Aussage, die manchmal offensichtlich, meist aber verborgen und neuerdings, zu meinem eigenen Entsetzten, recht prophetisch erscheinen.
(Noch ein Hinweis für die Hörerschaft, nur im Text, also in der niedergeschrieben Fassung, sind die Links zu den beiden eben erwähnten Büchern verborgen. Wenn sie ein wenig zu suchen in der Lage sind, dann erkennen Sie sie an der divergenten Färbung des Textes an genau diesen beiden Stellen.)
Doch wer bin ich schon, nur ein kleiner Schreiberling, der im großen Ozean des Internetzes einen schützenden Hafen, eine ruhige Bucht finden möchte, von der aus ich meine Gedanken, die Gedanken des Privattieres in die Öffentlichkeit hinausposaunen kann, ohne allzu viel Kontakt mit meinen zahllosen Lesern aufnehmen zu müssen.

Und ja, ich weiß, dass mein geliebtes Weib, meine Ehefrau, die beste Ehefrau von allen (Diese herzliche Kunde mal so nebenbei zur Aufheiterung der Stimmung), in diesen epochalen Ausführungen nicht vorgekommen ist, aber ich verspreche, dass sie im nachfolgenden Text natürlich wieder einen würdigen Auftritt erhalten wird.