von Thomas Günter

Also das wär ja mal was, wenn wir nicht mehr den 20. Juni als solchen titulieren würden, sondern unsere Datumsangabe in Star Trekscher Manier ablaufen würde.
Wie werden dann die Mitglieder der Sternenflotte eigentlich ihren Geburtstag gefeiert haben werden, wenn sie nicht mehr mit einem sich wiederholenden Datum daran erinnert werden können? Wäre es nicht traurig, beispielsweise nurmehr theoretisch an einem wunderbaren Frühlingstag das erste Erblühen der Natur gemeinsam mit diesem ganz persönlichen Festtag begehen zu können?
Nur falls sie sich diese Frage stellen sollten, nach aktueller Berechnung stellt die oben aufgeführte Datierung in der Tat (auch wenn dieses Zitat aus einer ganz anderen Science-Fiction Serie entlehnt ist) die aktuelle Sternzeit nach Föderationsstandard dar.
Also lange bevor Zefram Cochrane seinen Erstflug mit der Phoenix absolvierte und durch das tapfere Eingreifen von Commander Data die Zerstörung dieses ersten warpfähigen Raumschiffs durch die Borg Königin in letzter Sekunde verhindert werden konnte.

Ich weiß, ich weiß,

ich nerde schon wieder vor mich hin. Themen, die, außer bei einer überschaubaren Klientel, kaum anklang finden werden.
Aber das sind nun mal die Gedanken des Privattieres, wenn ich mich nicht gerade mit der Frage befasse, inwieweit wir uns überhaupt von den ersten Protostaaten soziologisch entfernt haben, oder ob wir eigentlich noch immer in der gleichen ausweglosen Situation vor uns hin vegetieren, wie unsere Vorfahren im Alluvium vor 10000 Jahren.
Es steht auf der gleichen Ebene wie das bereits behandelte Problem mit den Zombies und den Vampiren, die Tatsache, dass Indiana Jones für die Handlung des ersten Indy Films keinerlei Bedeutung hat (die Nazis hätten die Lade nur früher gefunden und wären, genauso wie Wachs in einem Pizzaofen, geschmolzen), warum hat George Lucas in Episode Eins mit einem Mal den Pfad der Mystik verlassen und die Midiklorianer eingeführt, die die Machtsensitivität hervorrufen etc., etc., etc., … .
Das Nachsinnen über solche und vergleichbare Fragen erweist sich manches Mal als viel erquicklicher, als die Überlegungen, die der Ergründung all der täglichen Probleme dieser Menschheit innewohnen.

Und dann auch noch so kurze Phrasen,

keine verworrene Syntax, keinerlei semantische Winkelzüge. Das mag Sie verehrter Leser, verehrte Hörerin, verwirren, doch manchmal, aber nur manchmal hab auch ich einfach kurze Sätze gern.
Ja, ich geb es zu, nebenher läuft auf dem zweiten Bildschirm, dank Windows 10 ist dies recht unkompliziert zu bewerkstelligen, auf einem der diversen Streamingdienste, eine oder mehr Folgen aus diesem umfangreichen Serienuniversum.
Und bei so mancher Episode denk ich mir, wie visionär doch der eine oder andere Drehbuchschreiber seinerzeit gewesen ist, ebenso, wie viele Menschen damals und auch heute, bei der aktuellsten Serie »Picard« an das Gute in unserer Art, zu glauben bereit sind.
Vielleicht, wenn Sie dieses bedeutsame Textfragment visuell oder auditiv wahrnehmen, hat sich aber auch der Planet bereits mit vielen hundert Stundenkilometern weiter um die eigene Achse und spiralförmig um das Zentralgestirn vorwärts gedreht. Dann starteten diese persönlichen Logbucheinträge mit einem für Sie veränderten und angepassten Zeitindex, ohne dass Sie es merken würden. Im Grunde das mentale Analogon einer Zeitreise.
Womit sich vor dem Schreibenden ein neuartiger Gedankenpalast aufbaut. Nicht der eines Sherlock Holmes, in den er sich zurückzieht, um einer Problemstellung Herr zu werden, sondern die Überlegung, dieses Tagebuch nicht mehr mit der Zählung der bereits verlebten und damit der Absurdität anheim geführten Anzahl der Tage zu beginnen, sondern es wie die Logbucheintragungen eines Captains der Sternenflotte beginnen zu lassen.

Verrate ich damit all die anderen Zukunftsvisionen, derer ich ebenso willig wie glückselig nachfolge?

Haben der Imperator und Darth Vader auch so etwas wie ein persönliches Tagebuch? Eine kleine Kladde, in der sie eintragen, wen und wie viele unschuldige Wesen aus allen Teilen der Galaxis sie mit einem Gedankenkniff der Macht beherrscht haben? Fragen über Fragen, deren Beantwortung doch sicher niemals zufriedenstellend ausfallen mag.
Die Welt eines Nerds.
Wie reinigen Supergirl und ihr Cousin Superman eigentlich ihre Arbeitskleidung? Kann diese überhaupt verschmutzen? Mit Hundesabber sicherlich. Der ist nimmermehr, von keiner Oberfläche wirklich rückstandslos entfernbar. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche.
Und so treiben, an einem wolkenverhangenen Sonnabend im Juni, zur Zeit der großen globalen Krise, die Gedanken umher, dabei allerlei kurioses und absurdes findend oder ausheckend, auf der Suche nach neuen Ideen, die ich, der Autor, Visionär, Klugscheißer und Nerd in Personalunion, zu kauzigen kleinen Anekdoten verwursten kann.
Endlich ein etwas längerer Satz. Ich begann schon an mir selber zu zweifeln.

Und mit diesem, sowie den vorherigen Denkanstößen lass ich Sie nun das Wochenende allein verbringen, auf Suche nach den Antworten auf Fragen, die niemals gestellt werden sollten.