von Thomas Günter

(frei nach Heinz Erhardt: und noch´n Gedicht)

Enthält Werbung, Nennung und Sonstiges, das vollkommen unbezahlt ist!

Nu sitz ick hier, die Birne leer.
Ausgebrannt und ausgelaugt vom außerordentlichen Kraftakt,
den ich die letzten Tagen absolvierte.
Die Rechner fahren Updates.
Außer hie und da mal die Entertaste zu betätigen,
bleibt kein anderes Los,
als Betten nun zu richten,
Wäsch, arg verschmutzt, zu waschen
und von Zimmer zu Zimmer schnell zu eilen,
um rechtzeitig die vorgegebene Auswahl des Computers zu bestätigen.
Langweilig ist mir nicht,
oder vielleicht doch, ich bin mir drüber nicht so recht im Klaren,
denn das Gehirn kann im Moment kaum denken.
Formulierungen, die ansonsten,
wie Schleim aus einer verschnupften Nase,
mir aus den Fingern quellen,
hängen fest.
Sie sind blockiert, gesperrt und warten.
Worauf den eigentlich?
Auf das ich weiterschreibe?
Das vermag ich im Hier und jetzt nicht auszuführen.
Obgleich, es sind so viele Abenteuer,
die sich, gleich einem Freitagsabendsstau,  auf träger Strasse,
hinter der knöchernen Decke meines Schädels drängeln,
um herausgelassen zu werden, und
wie eine Horde junger Zicklein in der Welt herumzutollen.
Allein die Kraft fehlt im Moment.
Mein geliebtes Weib meint,
ich solle doch die Schaffenspause nutzen
und eins der Bücher,
die ich vorsorglich für einen solchen Moment erwarb,
endlich zu Ende lesen.
Selbst dazu reicht meine Energie nicht aus.
Vielleicht ein wenig Fingerübungen,
die eine oder andere Phrase ausprobiert,
niedergeschrieben und danach laut vorgelesen,
ob sie den die Wirkung, die ich erdachte,
auch wirklich in der Lage ist, voll zu entfalten?

Wenn man den vorherigen Abschnitt im richtigen Tempo liest, dann hört es sich beinah wie Shakespeare an. Aber das nur nebenbei.

Dennoch häng ich vorm Rechner,
die Finger gieren, die Tastatur zu quälen,
die Sätze wollen aus mir raus, koste es, was es wolle.
Doch im Moment will keine langwierige Geschichte
das Licht der Welt erblicken.
Wozu den auch.
Außer ein paar Wenigen, Auserwählten, einer treuen Leserschaft,
die an einer Hand leicht abzuzählen ist,
folgt kaum Jemand meinen Gedanken, Ideen und Berichten.
Dabei trat ich einst an,
die Welt mit meinem Denken willentlich zu überfluten,
sie zu bereichern und erfreuen.
Es gibt so vieles, was uns traurig stimmt,
da kann ein wenig Freude doch Helligkeit in unseren tristen Alltag bringen.
Nur, verkannt wird das Genie von anderer Seite,
nicht gewürdigt, unbeachtet,
fristet es sein Dasein in den dunklen Schatten des World Wide Web.

Irgendwie kann ich mich von dem Rhythmus gerade nicht befreien, Sie sollten wirklich versuchen, es laut zu lesen und dabei auf die Intonation achten, dann macht es nochmal so viel Spaß.

So tipp ich den,
allein in meinem stillen Kämmerlein,
nur in Gesellschaft meiner loyalen Hunde,
dies traurige Poem,
sowohl als Therapie für meinen armen Geist,
wie auch als Training, für das Hirn und auch die Finger.

Ich hab ja mal angefangen, mir eine andere Version von Romeo und Julia auszudenken. So mit Raumschiffen und so, dazu vertauschte Rollen, aber dennoch in der Diktion des großen William. Ich muss aber betonen, dass, schließlich hat sich unsere Sprache in den letzten Jahren ein wenig verändert, ein solches Unterfangen gar nicht so einfach ist.

Ein paar Zeilen, hingekliert,
kurz korrigiert und dann veröffentlicht,
das funktioniert.
Aber einen längeren Text auf diese Weise zu erschaffen,
ist von ungeahnter Schwierigkeit.
Herrje, nun hab ichs schon wieder ungewollt vollbracht.
Auch dafür sind diese meine Texte,
um zu üben und mich zu probieren.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Geduld.
Wenn ichs mir recht überlege, dann kommt es einem jambischen Pentameter schon recht nahe.
(Was Sie nicht wissen, nicht wissen können, erst nachdem ich diese Zeilen aufgeschrieben hatte, begann ich mit den Umbrüchen, also der Entertaste, herumzuspielen, um die Formulierungen in eine gereimte Struktur zu pressen. Das Ergebnis, nun ich denke, dass es sich sehen lassen kann. Vielleicht reicht es noch nicht ganz für Macbeth oder den Hamlet, aber um Ihnen einige Sekunden des Vergnügens zu bereiten, und die Sorgen des Alltags zu vergessen ist es allemal geeignet.)