von Thomas Günter

Morgen Früh ist es soweit.

Lange bevor Aurora zum ersten Gruß die Arme nach der langen Nacht dem Firmament entgegenstreckt, laden wir die bepelzten Vierbeiner auf die Rückbank des gestern noch in strahlendem Lacke glänzenden und heute schon, durch Wetter, Staub und Vogelmist, verunstalteten Automobils.

Der Weg führt uns nach Deutsch-Süd-West.

Ne, nicht das, was Sie jetzt denken. Bis in den dunklen Kontinent hinein, dorthin, wo Salomon einst seine Diamanten verbarg, wo tief im Dschungel der Ruf des Leoparden den Wanderer erschauern lässt. Das ist viel zu weit entfernt und ließe sich auch mit einer Tankfüllung kaum bewältigen. Und das, obwohl die Kapazität eine doch recht Große ist. Allein das Fahrzeug, schon betagt, doch immer noch bequem und als Sänfte für eine weite Reise durchaus angemessen, würd diesen langen Weg nicht mehr bewältigen. Besonders da das Mare internum, das Mittelmeer, als Hindernis, den Pfad so gnadenlos zu unterbrechen weiß. Und ich geh auf kein Schiff, Unterwasser fährt es sich so schlecht und zu warm ist es dort sowieso!

Ich sprech vom Ländle, Baden Württemberg,

genaugenommen Pupsstadt, sorry Pforzheim, Heimstadt mehrerer Uhrenmanufakturen.
Dorthin verschlug es einst den Erstgeborenen meiner geliebten Ehefrau. Um, genau, sie haben es erraten und erhalten vierunddrölfzig Gummipunkte, als Uhrmacher einem Gewerk nachzugehen.
Ein liebend Weib hat er dort auch gefunden (Was so nicht ganz stimmt, eigentlich hat er sie in Berlin kennengelernt, hört sich aber besser an) und eine Heimstatt, ein Nest, eine Trutzburg ihrer Liebe forsch errichtet. Und da jener verwunschene Ort so weit ab von den großen Reiserouten sich verborgen hält, und niemand den Mut aufbringt in dieses ferne Land zu reisen, werden wir nun endlich ihn dort in seinem Heim besuchen.
Die Vrouw, die Meine, ist schon in freud´ger Erregung unterwegs. Sie tanzt und singt von ganzem Herzen.

Die Nachbarn störts.

Sie schlagen mit dem Stiel des Besens an Decken, Wände und die Wohnungstür. Zum Glück bleibt ihre Euphorie, die meines geliebten Weibes, von diesen Unterbrechungen zur Gänze unbeeindruckt.
An mir ists, die Hundeschar aus wirbelnden Füßen zu erretten, immer neue Kekse in deren gierige Schlünde zu stopfen, um einem größeren Versagen des eingeschränkten Gleichgewichts gemäßigt Einhalt zu gebieten.
Einzig, die Karre, die uns sicher tragen wird, muss noch bereitet werden. Der gröbste Müll ist zu entsorgen, Kabel, Drähte, Mutternschlüssel wollen sicher und verlustfrei im Bauch des Kofferraumes verstaut werden.

Schließlich muss die Fotoausrüstung, ja, für einen vier Tagestripp, geruhen wir, den ganzen Krempel mitzunehmen, peinlich verzurrt und angeleint, auf das die feinen Linsen keinen Schaden zu erleiden haben, ein sicheres Plätzchen finden. Und auch die Tölen, eine Jede, obwohl ein Rüde und ein Weibchen, halten wir uns doch dem wertfreien stets Genus verpflichtet, fordern den angestammten Raum zu ihrer eigenen Entfaltung. Sei es Schnarchen (der Kerl, ununterbrochen) oder die kleine alte Dame, die hechelnd und in Panik, für ausgeatmete Nebelschwaden sorgt, so das die Anlage, die das Klima regeln soll, vom ersten Moment an überfordert ist.

Aus diesem Grunde hab ich Euch, da draußen in der weiten Welt, nun kummervolle Nachricht zu hinterbringen.

Der Blog und auch das Instagram, werden für die nächsten Stunden, Tage von meiner Gemeinheit ganz verschont bleiben. Das Datenvolumen will nicht reichen und auch ein launiger Text, ganz nur für die Vergnüglichkeit des Lesers hingeworfen, auf der kleinen Tastatur des Handys, ist ob der Ferne und den technisch eingeschränkten Möglichkeiten, so nicht zu realisieren.
Weint nicht,

Freunde, Bürger, Römer,

denn in der nächsten Woche schon, werd ich Euch wieder überhäufen, mit Hohn und Spott, mit Schmäh, mit üblen Worten und verzwickten Phrasen. Deshalb, Ihr Zwei, allein da draußen, im kummervollen Erdenrund, genießt noch diesen Text und nutzt danach die freien Tage, um Euren Geist zu reinigen. Labt euch an freiem Himmel und der Liebe, zu der Ihr, nun ohne meinen Einfluss, wieder fähig seit und steht danach, gestärkt, den neuen Aventüren gegenüber.