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Die Nordsee verwöhnt uns mit unbeständigem Wetter,

bald stürmt und hagelt es, dass man den sprichwörtlichen Hund nicht vor die Tür schickt; meiner steht er dann auch mit eingekniffenem Schwanz in Hauseingängen und schaut mich aus seinen braunen, treuen Augen an, die mich fragen, was machen wir hier eigentlich? Ich könnte so schön zu Hause durch den Wald toben, mit all meinen Hundefreunden- und Dinnen, da sind wir auch vor dem Sturm geschützt, aber nein, wir müssen hier durch Wind und Wetter marschieren.
Danach scheint im nächsten Moment die Sonne, die dräuenden, schwarzen Wolken ziehen hinweg und man, ich, möchte unbedingt über den Strand wandeln, dem Meer lauschen und die Augen in der unendlichen Ferne versinken lassen.

So bin ich hin und hergerissen, zwischen dem Drang in die Natur zu entfleuchen, und mich in der heimeligen Ferienwohnung an der warmen Heizung, in Ermangelung meines Kamins, zu aalen und die Zeit zu genießen.

Und dann ist da ja noch da andere Problem. Meine Zeit als Privattier sinnvoll zu nutzen und mich nicht mehr gehetzt zu fühlen, sondern die Dinge zu vollziehen, die mich befriedigen.
Das Frühstück ist genossen, jeden morgen bereite ich mir eine Varianz an Eiern zu. Mal ist es ein Omelett, dann wieder Spiegeleier mit Speck, oder ein simples aber dennoch nicht so leicht zuzubereitendes weichgekochtes Ei. Dazu eine geteilte Scheibe Grau- oder Schwarzbrot mit Käse und Marmelade.
Ferner eine oder mehrere Kannen Ostfriesentee. Meine Internetrecherche, ein weiterer Verbrauch meines Datenvolumens, hat ergeben, dass es, analog zur Vergiftung, glücklicherweise keine Teegiftung gibt. Ich bin beruhigt.
Die intensive Reinigung meiner Kalkleiste habe ich, den Tagesablauf betreffend, auf den späten Vormittag verschoben. So habe ich immer eine neue Aufgabe vor Augen und fühle mich nicht in der Zeit verloren.
Nebenher entdecke ich ein kleines Wäschehäufchen neben mir auf dem Boden, außerdem habe ich heute noch nicht abgewaschen. Ich deute dies als erstes Zeichen von Entspannung und Erholung. Wahrscheinlich handelt es sich jedoch nicht um ein erstes zartes Lockerlassen der Leine, sondern nur um allgemeinen Jungsellenschlendrian.

Meine geliebte Ehefrau (Sie können es nicht wissen, aber es ist die beste Ehefrau von Allen, irgendwo hab ichg diesen Satz schon mal gehört, aber bestimmt nicht bei mir selber!) weilt schließlich fernab, in der ehelichen Wohnung, kümmert sich dort liebevoll um den ebenfalls daheim gebliebenen Zweit- eigentlich Ersthund,

Kleiner, alter Hund
Die alte Hundedame im Portrait

den die Motte ist bereits ein älteres Modell und kann mit der überbordenden Lebensfreude des jungen Italoaufreißers nicht mehr mithalten.
Denn in meinen Träumen begleiten mich noch immer die Überlegungen, Sorgen und Planungen meines vorhergehenden Arbeitslebens.
Den Rest des Tages verbringen der Vierbeiner und ich mit ausgedehnten Spaziergängen, Flüchten in Kaffees und Restaurants, zum Genießen eines Heißgetränkes, gerne auch einen Espresso. Darauf folgt ein kurzes Abchecken der klimatischen Verhältnisse und Weitertrödeln am Strand oder durch die Dünenlandschaft.

In der blauen Stunde,

die die Fellnase und ich wahlweise beim Zelebrieren der ostfriesischen Teezeremonie in der Ferienwohnung oder im Kaffeehaus verbringen, versuche ich ein bisschen zu Lesen. Dabei fällt mir auf, dass ich bereits drei Bücher verschlungen habe. Zurückblickend versuche ich, mich zu erinnern, wann dies geschen ist. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht einmal genau. Ist dies bereits der beginnende Alzheimer des nicht mehr Arbeitenden? Ich hoffe inständig, das nicht! Das wäre eine Katastrophe auch im Hinblick auf meine zukünftige schriftstellerische Karriere.
Um meine persönliche Befriedung zu steigern, habe ich mir selber eine kleine Aufmerksamkeit angedeihen lassen. Einen entsprechenden Pfeifenständer für meine Elektropfeife. Damit komme ich mir sehr intal …, intru …, inlit …, na auf jeden Fall unheimlich klug vor.

E-Pfeife mit Ständer
Elektropfeife mit Ständer

Beinah wie eine Mischung aus Arthur Conan Doyle, Gandalf, Sigfried Farnon, sie wissen schon, der, aus „Der Doktor und das liebe Vieh“ (All Creatures Great and Small, wie es im Original heißt, und ja wir haben die aufgeschriebenen Erinnerungen des James Harriot in unseren Bücherregalen und natürlich auch alle Staffeln der Show auf kleinen, speicherintensiven Silberscheibchen) und Albert Einstein. Ich hoffe, dass das elektrische Dampfen meine Kreativität steigert.

Davon abgesehen, hat es meinen Zigarettenkonsum auf Null gebracht, worüber ich sehr froh bin.