von Thomas Günter

Bei der Abendrunde mit den Vierbeinern bat meine Frau mich, sie daran zu erinnern, dass sie Martina (Name von der Red. geändert), die Tochter ihrer Freundin, noch zum erfolgreichen Abschluss ihres Studiums gratulieren müsse.
Sie habe es hervorragend mit der Note eins Komma irgendwas sehr niedriges neben ihrer Arbeit bewältigt. Auf meine Frage: »Streberin?« Antwortete sie: »Ja, sehr ehrgeizig.«
Daraufhin verfiel ich in dumpfes Brüten. Schließlich, eine Ewigkeit später, etwa zwei Meter, die Hunde müssen an jeder Steinfuge die Duftmarken kontrollieren, entfuhr es mir: »War ich nie.«

Mir ist das Meiste in meinem Leben, auf Grund meines überlegenen Intellekts, so in der Richtung Khan Noonien Sing, dargestellt vom wunderbaren Ricardo Montalbán, Sie erinnern sich, der aus Star Trek 2, der Zorn des Khan und der TOS Episode: der schlafende Tiger, Folge 22, Staffel 1, zugeflogen ist.

Besser, ich bin mit einem absoluten Minimum an Lernaufwand aus Prüfungen meist mit einem Maximum an Erfolg herausgekommen. Meine Frau erwiderte daraufhin lachend: »Stimmt. Meistens haben deine kleinen, grauen Zellen kleine bunte Hütchen auf, schwenken Fähnchen mit den Insignien deines Lieblingsvereins und ergötzen sich an internationalen Fußballturnieren.«
Damit hat sie leider nicht ganz unrecht. Das mit dem Zufliegen beschränkt sich in erster Linie auf eine Menge unnützes Wissen. So zum Beispiel die Tatsache, dass tote Ameisen immer nach rechts fallen. Oder auch, dass Gin Fizz ein Getränk ist, dass in der gesamten Galaxis, wenn nicht sogar im ganzen Universum getrunken wird und dabei sowohl ein einfaches Glas Wasser, als auch ein Gesöff darstellen kann, welches noch viel schlimmer in seinen Auswirkungen ist, als er pangalaktische Donnergurgler.
Das Problem dabei, wenn man nicht ganz blöd in der Rübe ist, weiß man eine ganze Menge über eine ganze Reihe von Dingen, aber nichts Definitives über irgendetwas Bestimmtes (Will Gupy in Lorbeer zum halben Preis über Ludwig den 14.). Und wenn man solche Dinge zum Besten gibt, wird man gerne als Neunmalkluger betitelt.
Das Leben kann sehr einsam sein hier oben!
Aber ich war in der Tat nie besonders ehrgeizig, auch nicht beim Sport. Über ein gewisses Level bin ich nicht hinausgekommen, dafür hätte ich mich schinden müssen, und der Sinn darin, ist mir immer verwehrt geblieben.
Nur beim Schreiben trieb mich schon immer eine rastlose Energie voran. Das Bestreben meine Texte, aus meinem Blickwinkel!, besser zu machen, daran herumzufeilen, bis sie mir so gefallen, wie sie ehedem vor meinen geistigen Augen, als Idee, erschienen sind, war stets ungebremst.
In diesem Sinne, Euch allen da draußen eine gute Nacht und einen schönen Start in die neue Woche.